B.L.O. Symposium 2025 – Videos
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Im Eröffnungsimpuls des Symposiums schildert Peter Tietz, Vorstandsmitglied von Lockkunst e.V., die besondere Geschichte und aktuelle Situation der B.L.O.-Ateliers. Er gibt einen Einblick in die 20-jährige Entwicklung des selbstverwalteten Kultur- und Produktionsortes, der 2004 durch enormes ehrenamtliches Engagement, erste Fördermittel und gemeinschaftliche Aufbauarbeit entstanden ist. Tietz beschreibt die Herausforderungen der vergangenen Monate – von der drohenden Nutzungsuntersagung über Brandschutz- und Elektrosanierungsauflagen bis hin zur befristeten Vertragsverlängerung mit der Deutschen Bahn. Zugleich macht er deutlich, wie entschlossen der Verein daran arbeitet, den Standort trotz schwieriger Bedingungen zu sichern und weiterzuentwickeln. Sein Grußwort ist ein Appell für Engagement, Zusammenhalt und eine langfristige Perspektive für die B.L.O.-Ateliers – als wertvollen Ort für Kunst, Handwerk, Bildung und städtisches Leben.
Grußwort von Peter Tietz
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In ihrem Videogrußwort zum Symposium 2025 richtet Franziska Giffey, Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin, persönliche und wertschätzende Worte an die Community der B.L.O.-Ateliers. Sie betont die besondere Bedeutung des Ortes für Berlin und beschreibt die B.L.O.-Ateliers als einen Raum, der Kunst, Kreativität, Innovation, Handwerk, Gemeinschaft und unternehmerische Energie auf außergewöhnliche Weise verbindet. Giffey berichtet von ihrem eigenen Besuch auf dem Gelände, bei dem sie sich unmittelbar von der Vielfalt und der lebendigen Atmosphäre überzeugen konnte. Orte wie die B.L.O.-Ateliers seien, so Giffey, „die DNA unserer Stadt“ – Orte, die Berlin prägen, beleben und weiterentwickeln. In einer Stadt, in der Kultur- und Wirtschaftsförderung zunehmend zusammengedacht werden müssen, spielen solche kreativen Räume eine zentrale Rolle. Ihr Grußwort würdigt das Engagement aller Beteiligten und hebt die Bedeutung von Räumen der Begegnung und des Austauschs für die Zukunft der kreativen Metropole Berlin hervor. Abschließend richtet sie herzliche Wünsche für ein inspirierendes und erfolgreiches Symposium 2025 aus.
Grußwort von Franziska Giffey
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In seinem Grußwort eröffnet Peer Mock-Stümer, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur, Engagement und Demokratieförderung im Abgeordnetenhaus von Berlin, das Symposium „B.L.O.-Ateliers – Modell für kreative Industriekultur“. Er betont die besondere Bedeutung der B.L.O.-Ateliers für Berlin – als Ort der kulturellen Produktion, der Vielfalt, der Gemeinschaft und der lebendigen Industriekultur. Sein Beitrag unterstreicht die breite politische Unterstützung im Berliner Abgeordnetenhaus für den langfristigen Erhalt des Standorts und die Notwendigkeit tragfähiger Perspektiven für selbstverwaltete Kulturorte.
Grußwort von Peer Mock-Stümer
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In seiner Keynote spricht Steven Looney, international tätiger Finanzberater aus New York und Unterstützer der B.L.O.-Ateliers, über die Bedeutung kreativer Produktionsorte für Stadtentwicklung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit. Aus transatlantischer Perspektive beleuchtet er, warum Orte wie die B.L.O.-Ateliers weltweit einzigartig sind – und weshalb sie Kreativität, Innovation und Gemeinschaft stärker fördern als großflächige, rein kapitalgetriebene Kulturinvestitionen. Looney vergleicht internationale Modellprojekte aus Brooklyn, Seattle, Philadelphia, der Schweiz, Spanien und den Niederlanden und zeigt, wie ehemals industrielle Räume durch Kultur, Handwerk und gemeinschaftliche Nutzung zu lebendigen urbanen Katalysatoren werden. Er betont, dass solche Orte nicht nur künstlerische Produktion ermöglichen, sondern auch Identität, Zugehörigkeit und nachhaltige Ökonomie stärken. Seine Keynote endet mit konkreten Impulsen: langfristige Unterstützung sichern, gute Governance stärken, öffentliche und private Ressourcen klug verknüpfen – und internationale Zusammenarbeit ausbauen, um Orte wie die B.L.O.-Ateliers zu schützen und weiterzuentwickeln.
Keynote Steven M. Looney
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Warum sind immersive Kulturorte wichtig für Stadtentwicklung, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt? In diesem Panel diskutieren Dr. Gesine Lötzsch (Die Linke, Vorstand Freundeskreis B.L.O.-Ateliers e.V.) und Christian Goiny (CDU, MdA, Vorstand Freundeskreis B.L.O.-Ateliers e.V.) über die politische Bedeutung selbstverwalteter Orte wie der B.L.O.-Ateliers. Moderation: Anna Ramskogler-Witt. Zentrale Aussagen des Panels: Immersive Kulturorte sind identitätsstiftend und sichern soziale Vielfalt, Nachbarschaftsbindung und kulturelle Teilhabe. Beide Politiker betonen, dass Politik solche Orte nicht gestalten, aber schützen muss – etwa durch langfristige Mietverträge und verlässliche Rahmenbedingungen. Die B.L.O.-Ateliers stehen exemplarisch für eine überparteilich getragene Kulturpolitik, die Freiräume erhält, statt sie zu bevormunden. Die Zwischennutzung wird kritisch hinterfragt: Nutzer*innen, die einen Ort entwickeln, müssen dauerhafte Perspektiven bekommen – besonders, wenn es keine alternativen Pläne des Eigentümers gibt. Kultur wertet Stadtteile auf – dies darf nicht zur Verdrängung derjenigen führen, die diese Entwicklung erst möglich gemacht haben. Verwaltung muss lösungsorientierter, weniger bürokratisch agieren, insbesondere bei Brandschutz, Elektrik, Planungsrecht und Genehmigungen. Für Berlin als Kulturmetropole braucht es vorausschauende Politik, öffentlichen Besitz von Schlüsselimmobilien und Investitionen in kulturelle Infrastruktur. Dieses Panel macht deutlich: Ohne langfristige politische Entscheidungen und klare Unterstützung können selbst tragfähige, lebendige Kulturorte nicht bestehen.
Panel 1: Politische Relevanz immersiver Kulturorte
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Wie können industrielle Bestände zu wertvollen kulturellen, sozialen und ökologischen Ressourcen werden? In diesem Panel diskutieren Prof. Joseph Hoppe (Leiter Berliner Zentrum für Industriekultur), Sarah Polzer-Storek (Eigentümerin Rofin Gewerbepark, Eberswalde), Bernhard Hummel (Architekt, ExRotaprint) und Manuel Ehlers (Triodos Bank, Teamleiter nachhaltige Immobilien) über Chancen, Verantwortung und Zukunftspotenziale von Industriekultur in der Stadtentwicklung. Im Panel wird deutlich, dass Industriekultur nicht nur Vergangenheit, sondern eine zentrale Ressource für Gegenwart und Zukunft ist – wirtschaftlich, sozial, kulturell und ökologisch. Zentrale Punkte: Industriekulturorte sind Ergebnis von Transformation – und gleichzeitig Lernorte für zukünftige Transformationsprozesse (Umnutzung, Stadtentwicklung, soziale Innovation). Beispiele wie ExRotaprint (Berlin-Wedding), der Rofinpark in Eberswalde und Projekte der Triodos Bank zeigen: Mischung aus Gewerbe, Handwerk, sozialen Projekten und Kultur schafft stabile, lebendige Standorte. Günstige Mieten und langfristige Eigentums- bzw. Trägermodelle (Stiftungen, gemeinwohlorientierte Modelle) sind entscheidend, um spekulativen Druck zu vermeiden. Industriebauten bieten einen ökologischen Vorteil: Erhalt von „grauer Energie“ statt Abriss und Neubau, Grundlage für bezahlbare Mieten und nachhaltige Nutzung, wichtiger Beitrag zur CO₂-Reduktion im Bausektor. Nachbarschaft und Identifikation spielen eine Schlüsselrolle: Orte wie ExRotaprint und der Rofinpark werden als Anker und Heilungsräume in postindustriellen Regionen wahrgenommen – sie knüpfen an Biografien und lokale Geschichte an und schaffen neue Perspektiven statt „Abriss + Vergessen“. Industriekultur ist auch ein Experimentierfeld für gemeinwohlorientierte Wirtschaftsmodelle (Stiftungen, Erbbaurecht, Genossenschaften, Gemeinwohlbilanzierung) – nicht als „nice to have“, sondern als belastbare, langfristig tragfähige Strukturen. Für die Zukunft braucht es: mehr Planungskompetenz im Bestand, Banken und Förderinstrumente, die schrittweise Entwicklung statt nur „Masterplan + Vollfinanzierung“ ermöglichen, sowie eine nationale Perspektive auf Industriekultur als Baustein eines „grünen Wirtschaftswunders“. Das Panel macht klar: Industriekultur ist kein nostalgischer Luxus, sondern eine Schlüsselressource für nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung – wenn Politik, Finanzwelt, Eigentümer:innen und lokale Akteur:innen gemeinsam denken und handeln.
Panel 2: Impulse und Dialog - Industriekultur als Ressource begreifen
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Wie prägen Kunst und Kultur Orte des Übergangs und der Neuorientierung? In diesem Panel diskutieren Holger Bergmann (Geschäftsführer Fonds Darstellender Künste), Amelie Deuflhard (Intendantin Kampnagel, Hamburg) und Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner (1961 - 2025) (Leiter Stabsstelle Ehemaliges Reichsparteitagsgelände, Stadt Nürnberg) über die künstlerischen, strukturellen und gesellschaftlichen Potenziale von Transformationsräumen – und darüber, wie Kulturprozesse Veränderungen anstoßen und begleiten können. Moderation: Anna Ramskogler-Witt. In Memoriam Hans-Joachim Wagner (1961 - 2025) Mit dem Tod von Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner haben wir einen leidenschaftlichen Fürsprecher für Musik, Erinnerungskultur und offenen Diskurs verloren. Seine Klugheit, Großzügigkeit und sein unermüdliches Engagement für einen interdisziplinären kulturellen Austausch haben uns inspiriert. Sein Vermächtnis wird in den vielen Initiativen und Gemeinschaften weiterleben, die er geprägt hat. Zentrale Punkte des Gesprächs: Transformationsräume als politische und gesellschaftliche Laboratorien: Kulturorte in ehemaligen Industrie- und NS-Bauten werden zu Orten, an denen Geschichte aufgearbeitet, Gegenwart verhandelt und Zukunft imaginiert wird – nicht nur erinnernd, sondern aktiv gestaltend. NS- und Industrievergangenheit als Verantwortung und Ressource: Kampnagel (ehem. Kranfabrik mit NS-Zwangsarbeit) und das Nürnberger Reichsparteitagsgelände zeigen, wie belastete Orte durch Kunst, Diskurs und neue Nutzungen umcodiert werden können – von Orten der Herrschaft zu Orten der Demokratie. Freiheit vs. Bürokratie: Freie, selbstentwickelte Kulturorte entstehen oft ohne große bürokratische Strukturen und mit begrenzten Mitteln – genau daraus erwächst künstlerische und gesellschaftliche Innovation. Mehr Geld bedeutet oft auch mehr Auflagen und weniger Freiheit. Ermöglichungsräume statt nur „klassische“ Kulturgebäude: In Nürnberg entstehen in der Kongresshalle sogenannte Ermöglichungsräume: Produktions- und Präsentationsräume (Ateliers, Proberäume, Bühnen, Galerien), die verschiedene Sparten, Institutionen und freie Szene miteinander verbinden und neue Allianzen erlauben. Kultur als Motor von Stadtentwicklung – und nicht als Dekoration: Orte wie Kampnagel oder B.L.O.-Ateliers zeigen, dass Kunst- und Kulturorte Stadtteile verändern und Nachbarschaften stärken. Sie sind keine „Bittsteller“, sondern zentrale Bausteine von urbaner Entwicklung, Diversität und demokratischer Praxis. Demokratie unter Druck – Kultur als Gegenkraft: Holger Bergmann betont, dass freie Kunst und freie Szene Labore der Demokratie sind. In Zeiten autoritärer Tendenzen braucht es gerade solche Räume, in denen Teilhabe, Widerspruch, Konflikt und neue Formen des Zusammenlebens praktisch erprobt werden. Blick nach vorn: Die Vision für die Kongresshalle in Nürnberg: ein offener Ort des Miteinanders, des Streits und der Kooperation, in dem Dokumentationszentrum, Oper, freie Szene und internationale Kunst miteinander in Austausch treten – ein Modell für zukünftige Transformationsräume. Dieses Panel macht deutlich: Transformationsräume sind keine Randzonen, sondern Schlüsselflächen für demokratische, künstlerische und stadtpolitische Erneuerung.
Panel 3: Kunst und Kultur in Transformationsräumen
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Wie können Kulturorte, Kreativszene und Wirtschaft nachhaltig zusammenarbeiten? In diesem Panel diskutieren Katrin Budde (Wirtschaftsministerin Sachsen-Anhalt a.D., SPD), Frank Fischer (Leiter Referat Kultur- und Kreativwirtschaft, Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) und Sarah Barth (Architektin, Miteigentümerin der Kantensprung AG / Gundeldinger Feld, Basel) über neue Kooperationsformen, ökonomische Modelle und erfolgreiche Beispiele kreativer Industriekultur – von regionalen Initiativen bis zu internationalen Projekten. Moderation: Anna Ramskogler-Witt. Das Panel zeigt, dass Kultur und Wirtschaft längst keine Gegensätze mehr sind. Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftssektor – mit rund 200 Milliarden Euro Jahresumsatz und zwei Millionen Beschäftigten. Trotzdem wird dieses Potenzial politisch noch oft unterschätzt. Katrin Budde betont, dass wirtschaftliche Entwicklung und Kulturpolitik stärker zusammengedacht werden müssen. Industriekultur-Standorte, kreative Zwischennutzungen und Kulturprojekte wirken als Impulsgeber für Stadtentwicklung, Tourismus und lokale Wirtschaft – vorausgesetzt, Politik versteht ihre strukturelle Bedeutung. Sarah Barth zeigt am Beispiel des Basler Gundeldinger Felds, wie ehemalige Industrieareale zu lebendigen, selbsttragenden Quartiersorten werden können. Entscheidend sind flexible Mietmodelle, passende Nutzer:innen für unterschiedliche Räume und ein Bewusstsein für ökologische und ökonomische Verantwortung. Als Schlüsselmodell hebt sie das Erbbaurecht hervor: risikoarm für Eigentümer, langfristige Planungssicherheit für Kultur- und Gewerbetreibende. Gleichzeitig braucht es klare Werte – nicht jede kommerzielle Kooperation passt zu einem Kulturort. Frank Fischer beschreibt, wie die Kreativwirtschaft Innovation erzeugt – oft stärker als klassische Industrien. In sogenannten Experimentierräumen arbeiten Kreative mit mittelständischen Unternehmen an Lösungen für gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen, von neuen Fundraising-Modellen bis zu digitalen Prototypen. Gleichzeitig sei vielen Kreativen gar nicht bewusst, dass sie Teil einer wirtschaftlich starken Branche sind – hier brauche es mehr Selbstbewusstsein und Vernetzung. Alle Panelist:innen betonen: Kooperationen funktionieren, wenn Wirtschaft Mechanismen der Kultur versteht – und umgekehrt. Gute Modelle entstehen dort, wo Räume, Verantwortung und Werte vor Ort gehalten werden. Transformationsorte brauchen politische Rückendeckung, Wissen über Marktmechanismen und Schutz vor Verdrängung, um langfristig wirken zu
Panel 4 Erfolgreiche Modelle u. neue Wege der Kooperation mit der Wirtschaft
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In seiner Zusammenfassung des Workshops „Projektmodelle & Finanzierungsstrategien“ gibt Holger Bergmann (Geschäftsführer Fonds Darstellender Künste) Einblicke in die zentralen Diskussionen rund um Finanzierung, Investitionsmodelle und die strukturellen Herausforderungen kreativer Orte. Der Workshop befasste sich zunächst mit grundlegenden Fragen: Welche Vermögens-, Investitions- und Betriebskostenmodelle benötigen selbstverwaltete Kulturorte? Welche Mischfinanzierungen sind realistisch? Und wie lassen sich wirtschaftliche, kulturelle und soziale Ziele zusammendenken? Schnell wurde deutlich, dass die Herausforderungen weit über einzelne Orte hinausreichen: Die Bedeutung von Kultur für Stadtentwicklung wird politisch häufig unterschätzt, während Finanzierungs- und Standortpolitik unter Druck geraten. Gleichzeitig wurde auf Beispiele guter Praxis verwiesen – Orte, an denen engagierte Akteurinnen und Akteure Transformationsprozesse tragen und übersetzen können. Ein zentrales Ergebnis: Die Probleme und Chancen unterscheiden sich stark zwischen Metropole und ländlichem Raum. Daraus entstand der Impuls, einen überregionalen Austausch kreativer Orte zu etablieren – initiiert durch das Berliner Zentrum für Industriekultur. Auch wenn kein „Masterplan“ für Finanzierungsmodelle gefunden wurde, wurde eines deutlich: Zukunft entsteht durch Vernetzung, gemeinsames Lernen und das Bewusstsein für die vielfältigen Rahmenbedingungen, unter denen Kulturorte arbeiten.
Ergebnisse Workshop 1 »Projektmodelle & Finanzierungsstrategien«
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In seiner Ergebnispräsentation fasst Prof. Joseph Hoppe (Berliner Zentrum für Industriekultur) die zentralen Erkenntnisse des Workshops zur Transformation von Industriekulturstandorten zusammen. Er beschreibt, warum Industriekulturorte selbst Produkte jahrzehntelanger Transformation sind – und heute wertvolle Lernorte für zukünftige Veränderungsprozesse. Der Workshop identifiziert zentrale Herausforderungen wie Leerstände, fehlende Planungskultur, baurechtliche Hürden, Konflikte zwischen Eigentum und Nutzung sowie den Mangel an tragfähigen Trägerstrukturen. Gleichzeitig zeigt er Wege auf: mehr Kompetenz für Bauen im Bestand, neue Weiterbildungsformate, stärkere Einbindung von Stiftungen, bessere Kommunikation der Orte und ihrer Geschichten sowie niedrigschwellige, gemeinschaftsorientierte Ansätze jenseits reiner Finanzlogik. Hoppe betont: Erfolgreiche Transformation braucht Menschen, die langfristig Verantwortung übernehmen – und neue Narrative, die über die Vergangenheit hinausweisen. »Erbe braucht Erben.«
Ergebnisse Workshop 2 »Transformation von Industriekulturstandorten«
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Im Workshop „Ökologische und wirtschaftliche Synergien“ stellten Marc Wohlrabe (Stadt nach Acht) und Silke Voigt-Hauke (Leibniz-IZW) zentrale Erkenntnisse zur besonderen ökologischen Bedeutung des B.L.O-Geländes vor. Das Symposium machte deutlich, dass der Standort nicht nur ein wichtiger Kultur- und Produktionsort ist, sondern zugleich ein wertvoller Naturraum mit hoher Biodiversität – darunter zahlreiche Vogelarten, Fledermäuse und weitere geschützte Tierpopulationen. Die Diskussion zeigte, dass diese ökologische Qualität ein wesentlicher Hebel für die Zukunftssicherung des Areals sein kann. Vorgeschlagen wurde, das Gelände als Ausgleichs- und Forschungsfläche strategisch weiterzuentwickeln, Kooperationen mit Wissenschaft und Naturschutz zu stärken und damit neue Allianzen zu schaffen, die Kultur-, Stadtentwicklungs- und Umweltinteressen verbinden. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie kulturelle Nutzung, nachhaltige Entwicklung und ökonomische Tragfähigkeit zusammengedacht werden können. Das B.L.O-Areal bietet dafür herausragende Voraussetzungen: historische Bausubstanz, bestehende ökologische Vielfalt und eine aktive Community, die Pflege, Nutzung und Forschung bereits heute miteinander verknüpft. Die Präsentation betonte, dass gerade diese Verbindungen – zwischen Naturraum, Kulturort und zivilgesellschaftlichem Engagement – neue Argumente für eine langfristige Perspektive des Geländes liefern. Der Workshop versteht sich daher als Impuls, Naturschutz, Praxiswissen und politische Entscheidungsprozesse stärker miteinander zu vernetzen und so nachhaltige Zukunftsmodelle für Transformationsräume zu entwickeln.
Ergebnisse Workshop 3 »Ökologische und wirtschaftliche Synergien«
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Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU) zieht im Schlusswort des B.L.O.-Symposiums 2025 ein klares Fazit: Die B.L.O.-Ateliers sind ein unverzichtbarer Kultur- und Identitätsort für Berlin-Lichtenberg. Er betont die über 20-jährige Arbeit des Vereins Lockkunst e.V., die Bedeutung für den Bezirk sowie die Notwendigkeit, dass Bezirk, Senat und Deutsche Bahn wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Schaefer unterstreicht: Der Verlust der B.L.O.-Ateliers wäre nicht nur ein kultureller, sondern ein gesellschaftlicher Schaden – und die Politik steht in der Verantwortung, stabile Perspektiven zu schaffen.
Schlusswort von Martin Schaefer (Bezirksbürgermeister Berlin-Lichtenberg)